Warum Morning Pages?
Warum Morning Pages?

Warum Morning Pages?

Den Begriff Morning Pages – oder auf Deutsch einfach auch Morgenseiten – hört man jetzt vermehrt, vor allem in der Blogger- und Texter-Szene. Doch was ist damit eigentlich gemeint? Was haben diese Morning Pages im Allgemeinen mit Schreiben zu tun und wie können sie dir im Besonderen dienlich sein? Hier kommen die Antworten.

Morning Pages

Wer hat’s erfunden?

Tja – das ist in den heutigen digitalen Zeiten gar nicht so einfach herauszufinden. Ich habe das erste Mal von den Morning Pages im Podcast von Matze Hielscher gehört – und zwar bei einem Interview mit Doris Dörrie – einer deutschen Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin.

Sie empfiehlt diese Morning Pages ihren Studenten auf Instagram. Zuerst erwähnt wurden diese jedoch angeblich in dem Buch von der Autorin Julia Cameron: „The artist’s way morning pages journal“. Die deutsche Fassung heißt „Der Weg des Künstlers“.

Auch wenn die US-amerikanische Autorin, Filmemacherin und Journalistin die Morning Pages nicht erfunden hat, kann man in ihrem Buch einiges über deren Anwendung erfahren. Neben ihr und Doris Dörrie haben auch vor ihnen schon viele kreative Menschen ihre Gedanken gleich nach dem Aufstehen festgehalten und viele tun es auch heute, ohne den Begriff je gehört zu haben.

Was ist mit den Morning Pages gemeint?

Wie eben schon angedeutet umfasst der Begriff Morning Pages das morgendliche Schreiben gleich nach dem Aufwachen, welches im Grunde jeder praktizieren kann, ohne Autor, Texter oder sonstiger kreativer Wortakrobat zu sein. Obwohl das morgendliche Schreiben durchaus dazu geeignet ist, kreative Prozesse in Gang zu bringen.

Auch wenn die Methode, morgens nach dem Aufwachen als erstes einen Stift in die Hand zu nehmen und drauflos zu schreiben auf den ersten Blick nichts mit Kreativität zu tun zu haben scheint, kann das freie absichtslose Schreiben einiges bewirken.

Morning Pages

Vielen Menschen gelingt es damit, sich auf subtile Art und Weise selbst näherzukommen und nicht selten ist der Schreiber später am meisten überrascht von dem, was er da zu Papier gebracht hat.

Nicht umsonst nutzen viele Autoren und andere Sprachkünstler und Kreative die frühen stillen unberührten Morgenstunden, um ihren Gedanken, die in diesem Moment noch frei vom alltäglich aufgewirbelten Staub sind, Ausdruck zu verleihen.

Und selbst wenn da in dem jungen Moment des Tages noch nichts durch das gerade erwachte Gemüt zieht, dann schreibt man eben genau das auf – nämlich: „Es gibt gerade keinen einzigen Gedanken in meinem Kopf.“

Wie wird’s gemacht?

Wichtig bei dem morgendlichen Geschreibsel ist vor allem eines: Es wird kein digitales Gerät verwendet. Das bedeutet: Neben dem Bett liegen Stift und mindestens drei DINA4 Seiten oder aber ein Heft. So stehen dir reichlich leere Blätter zur Verfügung, die es gilt mit der eigenen Handschrift zu befüllen. Dafür sollte man sich mindestens 15 – 30 Minuten Zeit nehmen.  

Anders als beim nervigen Tagebuch schreiben musst du hier keine Ordnung oder Reihenfolge einhalten. Ein Grund, warum die meisten das mit dem Tagebuch nach wenigen Tagen wieder aufgeben. Sondern es reicht, einfach und unstrukturiert Zeile für Zeile zu füllen. Was für ein Spaß für jeden, der sich gerne sprachlich ausdrückt.

Aber auch was für eine Befreiung. Denn zum einen kannst du so gleich morgens die ersten sorgenvollen Gedanken einem Zettel anvertrauen. Diesen musst du nicht wieder lesen, kannst es aber tun. Und zum anderen hältst du so die ersten jungfräulichen Ideen des Tages fest. Diese würden ansonsten schon während der Badezimmerroutine aus deinem Geist verschwinden – zumindest ist das bei mir oft so.

Morgen Seiten

Last but not least sind die Morning Pages nichts für fremde Augen – sie gehören nur dir. Wer weiß, was du dir alles mit dem Schreiben erzählst, wenn niemand anderes zuhört bzw. mitliest?

Ein schöner Nebeneffekt

Einige der fleißigen morgendlichen Schreiber berichten davon, dass ihnen das frühe Ritual dabei hilft, Gedanken zu sortieren, die sich ansonsten über den Tag im sogenannten Gedankenkarussell in Endlosschleife warmlaufen. Somit ist das morgendliche Schreiben gar nicht schlecht, wenn man zum ständigen Grübeln neigt.

Und selbst wer nicht zu dieser Gruppe Mensch gehört, wird schon allein wegen der Zeit, die er sich und seinen Gedanken widmet, ein gutes Gefühl haben.

Wann anfangen?

Am besten du startest gleich morgen früh. Ich zumindest werde es ab morgen so halten. Und vielleicht taucht hier im Blog ja das eine oder andere Geschriebene aus meinen Morning Pages auf – wer weiß?!

Bilderquellen: pixabay

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