Alles auf Anfang – und dann schreiben
Alles auf Anfang – und dann schreiben

Alles auf Anfang – und dann schreiben

Im Grunde spielt es keine Rolle, was du bis zu dem Tag gemacht hast, als du dich entschlossen hast, Texter*in zu werden. Du kannst Student, Schüler oder Rentner sein, oder auch mehrere Jahre in einem Beruf gearbeitet haben.

Anfang - Schreiben

Ich zum Beispiel war, bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe, in vielen Berufen tätig:

  • Bürokauffrau
  • Agenturleiterin einer Autovermietung
  • Außendienstmitarbeiterin für Sicherheits- und Telefonanlagen
  • Angestellte in der Fakturierung eines Baummarkts
  • Physiotherapeutin angestellt und selbstständig
  • Tai Qi Lehrerin
  • Fitnesstrainerin
  • Immobilienmaklerin selbstständig
  • Assistentin bei Menschen mit Behinderungen
  • Office – Managerin im Versicherungsbüro
  • Leiterin Fitness-Club

Für mich ist das ein absoluter Vorteil, denn ich kann auf eine Menge Lebens- und Berufserfahrung zurückgreifen. Das heißt aber nicht, dass nicht auch jeder Student sehr gute Texte erstellen kann, wenn er Themen gut recherchiert, aufgreift und verständlich in einem Artikel formuliert. Hauptsache der Leser versteht, worum es geht und zieht einen Mehrwert aus dem Text.

Ich habe neben meiner Arbeit mit dem Schreiben angefangen, etwas Geld zurück gelegt und dann den Sprung gewagt. Und nach 3 Monaten hatte ich mit dem Schreiben – und ganz viel Fleiß – jeden Monat genauso viel Geld zur Verfügung, wie mit meinem letzten Angestelltenverhältnis.

Mit einem Blog oder Buch ausprobieren

Klingt vielleicht für den Anfang etwas verwegen. Aber ich habe es tatsächlich so gemacht. Es gab ja nichts zu verlieren. Mit WordPress habe ich mir eine kostenlose Blog-Seite angelegt, losgeschrieben und das Ganze ab und zu auf Facebook geteilt. Tatsächlich gibt es heute noch Leser auf der Seite.

Da Amazon es einem möglich macht, seine Bücher selbst zu publizieren, habe ich ein Buch geschrieben (alles nebenbei) und dort veröffentlicht. Es ist nicht der Hit – aber ich wusste, dass sowohl das Schreiben als auch das Erstellen eines Buches kein Hexenwerk ist und ich es kann. Das reichte mir für den Anfang als Erfolgserlebnis.

Der erste Stepp

Es spielt also keine Rolle, was du gerade machst. Wenn du schreiben möchtest, dann schreibe. Bist du momentan berufstätig, kannst du in deiner Freizeit damit anfangen und dich so ausprobieren. Dasselbe gilt für Studenten oder aber Menschen, die in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind. Und wenn du als Mama oder Papa gerade Elternzeit machst, auch gut. Da ist zwar meist nur sehr wenig Zeit, doch bei manchen klappt es trotzdem mit dem einen oder anderen Text.

Ein geringer Zuverdienst ist sowohl bei ALG I oder II anrechnungsfrei. Und auch im Angestelltenverhältnis ist in den meisten Fällen ein Nebenjob in einer nicht konkurrierenden Tätigkeit erlaubt. Im Zweifel frag einfach nach. Bei mir war es sowohl im Büro als auch im Fitnessstudio kein Problem. Ganz im Gegenteil – im Bereich Social Media für das Unternehmen war es sogar von Vorteil.

Wo habe ich meine ersten Kunden gefunden?

Als Erstes habe ich online bei Kleinanzeigen nach Jobs als Texter*in geschaut und dann aber schnell beschlossen, dass das nichts für mich ist. In der Regel wurden hier Studenten oder Vollprofis gesucht. Die einen sollten für fast „Nichts“ arbeiten und die anderen sollten alles können. Beides kam für nicht infrage. Daher suchte ich nach anderen Möglichkeiten.

Dabei habe ich die Plattform „Machdudas“ entdeckt und auch dort meinen ersten Auftrag gefunden. Es ging um Bewerbungsschreiben für einen jungen Mann, der nicht fließend Deutsch schreiben konnte. Zu der Zeit habe ich noch den Fitness-Club geleitet. Ich hatte nicht wahnsinnig viel Zeit, aber auf Arbeit ausreichend Bewegung, sodass ich in der Freizeit die Ruhe beim Schreiben genießen konnte.

Es hat geklappt – der junge Mann bekam seinen Job bei einer städtischen Behörde und ich hatte keinen Auftrag mehr. Also habe ich weiter gesucht. Und auch wieder den einen oder anderen Auftrag gefunden. Es gibt eine Menge Möglichkeiten Kunden zu finden. Beispielsweise in Facebook Gruppen oder auch den ganz normalen Jobportalen wie indeed oder steptone.

Um meinen potenziellen Kunden ein Portfolio in einer ansprechenden Form zu präsentieren (die Nachfrage kommt natürlich, wenn man sich auf einen Job bewirbt), habe ich mir eine Webseite mit Jimdo gebaut und diese mit entsprechenden Informationen ausgestattet. Bei jeder Bewerbung konnte ich nun den Link zur Seite einfach mit senden. Lebensläufe oder Zeugnisse sind nur in den wenigsten Fällen gefragt und kaum ausschlaggebend für einen Job als Texter*in. Gute Textproben sind da viel wirkungsvoller und später dann natürlich entsprechende Referenzen.

Neben „Machdudas“ habe ich auch noch andere Quellen für die Auftragssuche:

Schreibe nie nur wegen des Geldes

Das ist keine Vorschrift, sondern ein gut gemeinter Rat. Ich selber habe einige Menschen kennengelernt, die gedacht haben, mit ein bisschen schreiben lässt sich online das schnelle Geld verdienen. Glaube mir, das tut es nicht.

Sowohl Auftraggeber als auch du selbst werden schnell frustriert sein, wenn du das Schreiben einfach nur als irgendeinen bequemen Job betrachtest. Das ist es nicht. Gute Texte kommen in der Regel nur von Menschen, die Spaß am Formulieren und dem Umgang mit der Sprache haben.

Das schnelle Geld verdienst du mit dem Schreiben auch nicht. Möchtest du einigermaßen vergütet werden, verlangt man von dir eine entsprechende Qualität und im SEO-Bereich natürlich einiges Wissen. Wenn du weder das eine noch das andere bieten kannst, wirst du zwar auch Aufträge finden – für den Anfang sind die übrigens perfekt – doch viel Geld verdienst du damit nicht.

Alles auf Anfang - Puzzle

Mit 0,02 Euro/Wort starten

Meine erste längerfristige Zusammenarbeit hatte ich mit einer Textagentur, die mir anfangs 0,02 € / Wort zahlte. Ich war so happy und habe richtig reingeklotzt und gut verdient – jedoch auch hart dafür gearbeitet. Aber für mich war das in Ordnung. Denn ich lernte hier bereits einiges über SEO-Texte und konnte mit einer besseren Qualität auch nach kurzer Zeit anspruchsvollere Artikel übernehmen und bekam dann 0,04 – 005 € / Wort. Mein Fleiß hat sich also doppelt ausgezahlt. Ich lernte ganz automatisch mein Handwerk und wurde dafür auch noch besser bezahlt.

Ich war schon immer der Typ: „Learning by doing.“ Und so habe ich mein gesamtes SEO-Wissen durch das Erledigen von vielen unterschiedlichen Aufträgen erlernt. Das Gleiche gilt für die Arbeit mit WordPress. Das Einstellen und Optimieren von Beiträgen in WordPress fiel mir anfangs nicht leicht. Aber ehrlich – was ich nicht weiß, weiß Google oder eine entsprechende Facebook Community. Und Fragen kostet ja in der Regel nichts.

Diese Erfahrung war übrigens ein Grund mit dafür, dass ich darüber schreibe, wie man anfangen kann mit dem Schreiben.

Praktische Tipps

Auch wenn man so wie ich, in Deutsch immer eine 1,0 hatte (Angeberin!), schleichen sich Fehler ein. Vor allem, wenn man seine Texte selbst Korrektur liest. Deshalb kontrolliere ich meine Texte 3-mal, bevor ich sie abgebe.

1. RS-Prüfung im Textprogramm

2. in Google Docs

3. Mit diesem kostenlosen Tool: https://rechtschreibpruefung24.de/

Und nein – ich bekomme nichts dafür, wenn du auf den Link klickst 😊

Ich habe 2019 offiziell angefangen als freie Autorin / Texterin tätig zu sein. Heute arbeite ich nur noch 50% der Zeit, die ich am Anfang investiert habe und bin zufrieden mit meinem Verdienst. Es ist nach Steuerabzug mehr, als mein letztes Gehalt.

Die anderen 50% der Zeit ruhe ich mich nicht aus, sondern mache das, was mir Spaß macht: Mit meinem Hund täglich 2-3 Stunden draußen sein, 2-3 mal pro Woche ins Fitness-Studie gehen und für meine eigenen Projekte schreiben.  

3 Kommentare

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